Doku über Klimawandel: „Keine Zeit mehr für Ausflüchte“

"Operation Klima - Die interaktive Umweltdoku"
Michael de Vavry aus Zypern
Copyright :ARTE France / © Elephant Doc

Klimawandel. Ja, ja. Irgendwann, irgendwo. Nur nicht bei uns. Der Klimawandel und seine Folgen werden immer noch und viel zu oft als ein fernes Problem wahrgenommen, das nicht so recht greifbar ist. Nicht zuletzt deshalb tun wir uns mit dessen Bekämpfung auch so schwer. Nach einem Aufruf von Arte haben Menschen aus ganz Europa dem Klimawandel nun in einer kleinen, bemerkenswerten Dokumentation ein Gesicht gegeben. Heute Abend zu sehen bei Arte.

Klimawandel ist ätzend. Nicht nur in der Sache an sich, sondern vor allem als Thema. Wenn wir von Klimawandel reden, dann reden wir oft über Polit-Gipfel, Emissions-Handel oder Autoabgase. Das ist alles reichlich abstrakt und lässt den Klimawandel dort, wo wir ihn vermuten – in der Zukunft. Dabei liegt der Schlüssel zur Bekämpfung des Wandels doch genau hier und jetzt

Der deutsch-französische Fernsehsender Arte hat dieses Hier und Jetzt in einer kleinen, aber eindringlichen Dokumentation eingefangen. Nach einem Aufruf des Senders schickten Menschen aus ganz Europa insgesamt 800 Videos ein. In den manchmal nur wenige Sekunden langen Videos fingen die Filmer ihre Lieblingsorte und ihre Gedanken zu diesen Orten ein. Orte, die es aufgrund des Klimawandels in dieser Form vielleicht bald nicht mehr geben wird.

Da ist der 100-jährige Mann aus Zypern, der erzählt, wie viel Mühe er als Teenager hatte, den örtlichen Fluss zu überqueren, einen Fluss, der heute so gut wie ausgetrocknet ist. Oder die portugiesische Fischerin, die beklagt, dass es aufgrund der zunehmenden Verschmutzung des Meeres für ihre Kinder immer schwieriger wird: „Ich spüre, dass das Meer krank ist“.

All diese Menschen eint die Liebe zur Natur und die Wahrnehmung des Menschen als Bedrohung dieser Natur. „Wir haben keine Zeit mehr für Ausflüchte“. Mit diesen Worten macht ein Mann aus England aus dieser Wahrnehmung einen Aufruf, endlich etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. „Ich hoffe, dass ich es nicht mehr erleben muss, wenn der Mensch die Erde endgültig kaputt gemacht hat“, fasst eine Frau aus Serbien ihre Angst und Sekpsis eindringlich zusammen.

Es ist keine durchgängige Hochglanzdokumentation geworden mit Zahlen und Fakten und das ist auch gut so. „Nos chers paradis“ oder „Operation Klima – Die interaktive Umweltdoku“, wie der etwas sperrige deutsche Titel lautet, zeigt die Angst vor den Folgen des Klimawandels in einer ganz intimen und direkten Art. So wird der Klimawandel nicht zu einem fernen Zukunftsszenario, sondern zu einer ganz realen Gefahr für die Orte, die die Menschen lieben und zugleich zu einem Weckruf an alle, endlich etwas dagegen zu tun.

Operation Klima – Die interaktive Doku“ ist heute, 24. November um 18.15 Uhr auf Arte und dann in der Mediathek zu sehen.

Wiederholungen:
Freitag, 27. November 2015, 10.20 Uhr
Dienstag, 1. Dezember 2015, 10.20 Uhr

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